Heute stellen wir Ihnen die Freiwillige Feuerwehr Ebneth-Hainweiher und ihren Feuerwehrverein vor. Dr. Sarah Haase sprach dazu mit dem ersten Kommandanten Thomas Rupprecht und dem Vereinsvorsitzenden Thomas Krappmann. Beide sind schon seit über 25 Jahren Mitglieder in der Feuerwehr.


Ein paar historische Fakten vorweg


Am 30. August 1896 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Ebneth gegründet. 40 Mitglieder zählte sie damals. Zu dieser Zeit bestand sie ausschließlich aus Männern und es gab keine passiven Mitglieder.
Seitdem hat sich viel verändert. Heute zählt die Feuerwehr 100 Mitglieder, davon 34 Aktive, zu denen vier Frauen und zwei Jugendliche unter 18 gehören. Bei ca. 160 Einwohnern in Ebneth-Hainweiher sind damit über 60 % der Einwohner Mitglied in der Feuerwehr. Mittlerweile hat sich das Einzugsgebiet sogar noch etwas erweitert.


Welchen Unterschied gibt es zwischen den aktiven und den passiven Mitgliedern?


Als aktiv bezeichnet man die Feuerwehrleute, die offiziell bei der Landkreisführung gemeldet sind und bei Einsätzen raus müssen. Alle anderen Personen sind Vereinsmitglieder. 2006 wurde der Feuerwehrverein ins Vereins­register eingetragen. Seine Hauptaufgabe liegt in der Verwaltung der Mitglieder, der Geselligkeit und der Organisation von Festlichkeiten. Wir möchten durch den Verein das Zusammen­gehörigkeits­gefühl beider Ortschaften über den aktiven Dienst hinaus stärken. Man könnte dafür  auch den Begriff „Verein für eine lebendige Dorfgemeinschaft“ verwenden.


Wie trägt der Feuerwehrverein zum gesellschaftlichen Leben bei?


Er organisiert die Winterwanderung oder das Ebnether Kellerfest. Auch Wein- und Kirchweihfeste wurden schon vom Feuerwehrverein ausgerichtet. Vor allem die Einnahmen, die wir mit dem Kellerfest erwirtschaften, ermöglichen uns einen finanziellen Spiel­raum. Aus den Erlösen wurde z._B. die gesamte Einrichtung des Vereinsheimes oder auch ein Teil der Feuerwehr-Schutzanzüge bezahlt.


Wie ist das Verhältnis zwischen Dorfgemeinschaft und Feuerwehr?


Die Feuerwehrmitglieder sind Teil einer Gemeinschaft, die über den aktiven Dienst hinausgeht. Seit 2019 verfügen wir, dank der finanziellen Unterstützung der Stadt, über ein Vereinsheim in Hainweiher. Das Haus kann von jedem Einwohner aus Ebneth-Hainweiher für einen kleinen Obolus angemietet werden. Wir stellen aber keine Konkurrenz zur Gastwirtschaft Hofmann dar. Jeder, der das Vereinsheim nutzen will, sollte dort sein Catering bestellen, bevor er anderweitig nach Services sucht.


Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?


Was den Mitgliedernachwuchs angeht, sind wir zuversichtlich, weil momentan wieder mehr Kinder in beiden Dörfern geboren werden. Wenn es allerdings um die Übernahme von Ämtern geht, meldet sich selten jemand freiwillig.


Wie beeinflusst Corona die Lage des Feuerwehrvereins?


Es werden keine Einnahmen generiert, weil alle Veranstaltungen entfallen. Wenn etwas angeschafft werden müsste, wäre kein Geld vorhanden. Wir hatten in diesem Jahr ein kleines Straßenfest in Ebneth geplant, um die Einwohner der beiden Ortsteile zu einem kleinen Umtrunk einzuladen. Das ist der Pandemie zum Opfer gefallen. Leider konnten wir auch unsere Weihnachtsfeier nicht abhalten.


Warum sind Ortsteilfeuerwehren wichtig?


Sie haben bessere Ortskenntnisse als die Stützpunktfeuerwehren. Auch die Anfahrts­wege sind kürzer. Mit der Stützpunktfeuerwehr Burgkunstadt stehen wir selbstverständlich in regelmäßigem Kontakt.


Wie viele Übungen gab es in diesem Jahr?


Heuer wurden wegen Corona nur vier Übungen durchgeführt. Sie finden jeweils in Ebneth oder Hainweiher statt. In der Regel halten wir eine Übung pro Monat.


Wieviel Einsätze gab es 2020?


Acht. Im Durchschnitt sind es drei bis vier. Aufgrund der Sturmschäden waren es in diesem Jahr mehr als sonst.


Wie viele Personen kommen in der Regel zum Einsatz?


Neun bis elf sind im Schnitt dabei. In Ebneth werden sie per Meldeempfänger,  in Hainweiher per Sirene alarmiert. Damit sind wir sehr zufrieden. Eine Löschgruppe (9 Personen) sollte immer anwesend sein.

Wie wird man Kommandant?


Man muss nach Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens vier Jahre in einer Feuerwehr Dienst geleistet und die vorgeschriebenen Lehrgänge „Gruppenführer“ und „Leiter einer Feuerwehr“ an einer staatlichen Feuerwehrschule mit Erfolg besucht haben. Die Kommandanten werden für sechs Jahre gewählt.


Vor welchen Herausforderungen steht die Feuerwehr?


Die demographische Entwicklung war ein Problem. Das liegt auch daran, dass hier kein Baugebiet ausgewiesen werden kann. Langsam verjüngt sich aber die Bevölkerung wieder.